FAQ
Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Open Data
Open Data ist ein zentraler Baustein für die digitale Transformation im Tourismus. Offene, strukturierte und standardisierte Daten erhöhen die Sichtbarkeit touristischer Angebote, verbessern die Auffindbarkeit in digitalen Kanälen und schaffen die Grundlage für innovative Services. Open Data bedeutet nicht nur Transparenz, sondern strategische Zukunftsfähigkeit: Daten werden interoperabel, international anschlussfähig und KI-kompatibel.
Durch gemeinsame Standards – unter anderem im Rahmen der ODTA – entsteht ein vernetztes Datenökosystem, das Destinationsinformationen effizient austauschbar und maschinenlesbar macht. So können neue Anwendungen wie intelligente Reiseassistenten, personalisierte Empfehlungen oder datenbasierte Prognosen entstehen.
In dieser FAQ-Sammlung finden Sie Antworten auf zentrale Fragen zu Definition, Nutzen, Standards, Lizenzierung, rechtlichem Rahmen sowie zu aktuellen Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz und datenbasierter Innovation im Tourismus.
Open Data
Open Data (Offene Daten) sind alle Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit ohne Einschränkung zur Weiterverbreitung und zur Weiterverwendung zugänglich und nutzbar gemacht sind.
Offene Daten sind, frei zugänglich, maschinenlesbar, unter offener Lizenz veröffentlicht, strukturiert und standardisiert. Nur wenn diese Kriterien erfüllt sind, können Daten effizient weiterverwendet und vernetzt werden.
Daten müssen mit entsprechenden offenen Lizenzen ausgestattet werden, damit jeder Marktteilnehmer (z.B. Global Player, Startup, Leistungsträger) diese Daten möglichst uneingeschränkt nutzen kann. Die Daten müssen als strukturierte und verlinkte Daten im Internet zugänglich gemacht werde, um eine Nutzung zu ermöglichen. Open Data können also automatisch ausgelesen, interpretiert und verwendet werden.
Mit Open Data wird die Voraussetzung für den Digitalen Wandel in Richtung Künstliche Intelligenz geschaffen. Wir sichern so den Tourismusstandort Deutschland, stärken die Wettbewerbsfähigkeit, fördern insbesondere touristische Regionen sowie digitale Innovationen im Tourismus bzw. darüber hinaus. Nicht zuletzt steigern wir die Markenpräsenz des Reiselandes Deutschland im In- und Ausland.
Offene Daten erhöhen die digitale Sichtbarkeit, ermöglichen Plattformintegration, fördern Innovation und neue Geschäftsmodelle, verbessern Datenqualität durch Standardisierung und schaffen Grundlage für KI-Anwendungen. Open Data ist damit kein IT-Projekt, sondern eine strategische Infrastrukturentscheidung.
Nutzer sind alle Unternehmen wie Global Players, Startups, übergeordnete Organisationen, Partner und alle Akteure innerhalb und außerhalb des Tourismus, welche aus den Daten Produkte und Dienstleistungen für die Nutzer schaffen.
Bestehende KPIs (Key Performance Indicators) wie Visits und Page Views greifen nicht mehr, wenn Contents und Daten von Drittanbietern frei genutzt werden können. Hier müssen neue KPIs entwickelt werden.
Entscheidend ist nicht, wie oft Inhalte gesehen werden, sondern wie intensiv Daten genutzt, vernetzt und weiterverwendet werden.
Relevante KPIs verschieben sich daher zu:
- API-Nutzung und Datendownloads
- Anzahl externer Integrationen (Plattformen, Apps, KI-Systeme)
- Datenqualität und Standardkonformität
- Nutzung in KI-gestützten Anwendungen
- Vernetzungsgrad im Knowledge Graph
Der Fokus wandert von Output („veröffentlicht“) zu Impact („genutzt und weiterentwickelt“).
In der Open Data-Landschaft geht es um Contents zu den oben genannten Datentypen (wie z.B. POIs, Touren, Regioneninformationen, Dynamische Informationen etc.). Die DSVGO schützt personenbezogene Daten, welche nur mit einem Einverständnis veröffentlich werden dürfen. Problematisch kann es dann werden, wenn es sich um Kontaktdaten handelt.
Frei verfügbare Daten sind eine wesentliche Voraussetzung für die Weiterentwicklung neuer Technologien wie Conversational Interfaces, Mobilität und Internet of Things sowie der Entwicklung neuer touristischer Angebote und Services. Der Anwender und Gast wird davon profitieren.
GovData ist das Datenportal für Deutschland. Hier werden offene Daten der Verwaltungen von Bund, Ländern und Gemeinden veröffentlicht.
Beide Initiativen stehen im Austausch miteinander. Unterschiede zwischen den Initiativen bestehen in der Art der Aufbereitung der Daten. GovData stellt die Daten in tabellarischer Form zur Verfügung. Das Open Data-Projekt für den Deutschlandtourismus wird seine Daten in Form eines Knowledge Graphen aufbereiten und zur Verfügung stellen. Damit erfolgt eine erste, nutzungsorientierte Aufbereitung der Daten bereits vor der Distribution der Daten.
Die Open Data Tourism Alliance (ODTA) ist eine internationale Initiative zur Harmonisierung von Open-Data-Standards im Tourismus. Ziel ist es, touristische Daten grenzüberschreitend interoperabel, maschinenlesbar und qualitätsgesichert bereitzustellen.
Durch gemeinsame Spezifikationen und abgestimmte Datenmodelle schafft die ODTA eine einheitliche Grundlage für den Austausch und die Weiterverwendung von Tourismusdaten. Das erleichtert Kooperationen zwischen nationalen und regionalen Tourismusorganisationen und stärkt die internationale Sichtbarkeit von Destinationen.
Für Organisationen wie die DZT ist die ODTA strategisch relevant, da standardisierte Open Data die Voraussetzung für digitale Innovation, Plattformintegration und KI-gestützte Anwendungen im globalen Tourismus bilden.
KI & Open Data
Daten müssen maschinell lesbar, strukturiert, semantisch eindeutig, qualitativ hochwertig, mit offenen Lizenzen versehen und gut dokumentiert sein (z. B. Metadaten, Schemata). Ohne diese Kriterien kann KI die Daten nicht sinnvoll nutzen.
KI-Systeme benötigen strukturierte, qualitativ hochwertige Daten.
Offene Daten ermöglichen Trainingsgrundlagen, semantische Verknüpfung und transparente Nutzung.
Ohne offene Standards bleibt KI isoliert und wenig skalierbar.
Open Data bildet die Grundlage für datengetriebene Innovationen im Tourismus. Strukturierte, standardisierte und offen lizenzierte Daten ermöglichen es, KI-Anwendungen effizient zu entwickeln, zu trainieren und skalierbar einzusetzen. Es entsteht dadurch ein innovationsfähiges digitales Ökosystem.
Typische Anwendungsfelder sind:
• Intelligente Reiseassistenten
KI-basierte Assistenten kombinieren offene Daten zu Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Mobilität oder Infrastruktur und liefern kontextbezogene Antworten in Echtzeit – etwa zu Interessen, Saison oder Aufenthaltsort.
• Personalisierte Empfehlungen
Durch die Verknüpfung strukturierter Tourismusdaten mit Nutzerpräferenzen entstehen individualisierte Vorschläge für Erlebnisse, Routen oder Angebote – skalierbar über Märkte hinweg.
• Nachfrage- und Besucherprognosen
Offene Daten zu Events, Saisonalität, Kapazitäten oder Mobilität können mit KI analysiert werden, um Nachfrageentwicklungen vorherzusagen und Ressourcen besser zu steuern.
• Automatisierte Content-Generierung
Strukturierte Open Data ermöglicht die KI-gestützte Erstellung von zielgruppenspezifischen Texten, Reisevorschlägen oder Inspirationsinhalten – konsistent, aktuell und mehrsprachig.
• Dynamische Routenplanung
Durch die Kombination offener POI-, Mobilitäts- und Veranstaltungsdaten entstehen adaptive Routenvorschläge, die Faktoren wie Öffnungszeiten, Wetter oder Auslastung berücksichtigen.
Knowledge Graph
In einem ersten Schritt müssen die Daten von den lokalen und regionalen „Datensilos“ einheitlich ausgezeichnet werden bzw. diese Einheitlichkeit über Schnittstellen realisiert werden.
Im nächsten Schritt werden die Daten über eine zentrale Graph-Datenbank (Knowledge Graph) verfügbar gemacht. Eine Graph-Datenbank zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Daten für den Anwendungsbereich der Künstlichen Intelligenz semantisch eindeutig, strukturiert und leistungsstark zur Verfügung stellt. Interessierte Anwender können dann die Daten aus dem Knowledge Graph nutzen.
Der Begriff Knowledge Graph wurde von Google geprägt für die Wissensdatenbank, die von Google und seinen Diensten verwendet wird, um die Ergebnisse seiner Suchmaschine mit Informationen rund um den Suchbegriff aus einer Vielzahl von Quellen anzureichern. Die Informationen werden den Benutzern in einer Infobox neben den Suchergebnissen angezeigt oder via Google Voice Assistant ausgegeben.
Inzwischen hat sich der Begriff Knowledge Graph für entsprechende Produkte, auch von anderen Erstellern, durchgesetzt. Ein Knowledge Graph ist also eine Wissensbasis in Netzwerkform – ähnlich einem semantischen Netz, in dem einzelne Wissenspunkte und deren Beschreibung in eine semantische Beziehung gesetzt werden. Knowledge Graphen können die Grundlage für viele Anwendungen der Künstlichen Intelligenz sein. Der bekannteste Knowledge Graph ist der Knowledge Graph von Google.
Um alle strukturierten touristischen Daten an einem Ort verfügbar zu machen, z.B. für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz oder auch andere Anwendungen, möchten die LMOs, die DZT sowie eine Vielzahl der touristischen Leistungsträger in Deutschland einen eigenen offenen touristischen Knowledge Graph schaffen.
Technik & Standards
Strukturierte Daten sind Daten, welche nach einem vorgegebenen de-facto Standard ausgezeichnet sind. Schema.org ist der bekannteste Standard, auf welchen sich die großen Suchmaschinen geeinigt haben.
Strukturierte Daten müssen für den Einsatz in semantischen Kontexten einer einheitlichen Auszeichnungssprache folgen. Eine etablierte Ontologie dafür ist „schema.org“. Schema.org ist eine Initiative der großen Suchmaschinen Bing, Google, Yahoo! und Yandex. Es stellt ein Beschreibungssystem zur Verfügung, damit Daten in einer bestimmten Struktur bereitgestellt werden können. Innerhalb von schema.org gibt es also Schemata, mit denen verschiedene Arten von Daten (zu einem Hotel, einer Veranstaltung, einem POI usw.) beschrieben werden können.
Bei Open Data im Tourismus stehen vor allem solche Standards im Fokus, die Interoperabilität, internationale Anschlussfähigkeit und KI-Readiness gewährleisten. Ziel ist es, touristische Inhalte so bereitzustellen, dass sie national wie international nahtlos weiterverarbeitet werden können.
1. Semantische Webstandards (insbesondere Schema.org)
Schema.org bildet die zentrale Grundlage für strukturierte, maschinenlesbare Tourismusdaten. Inhalte wie Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Routen oder Reiseangebote werden damit so modelliert, dass sie von Plattformen, Suchmaschinen und KI-Systemen korrekt interpretiert werden können. Für die DZT ist dies entscheidend, um Inhalte international sichtbar und anschlussfähig zu machen.
2. Tourismusspezifische Datenmodelle auf Basis gemeinsamer Spezifikationen
Im Rahmen der Open Data Tourism Alliance (ODTA) werden tourismusspezifische Spezifikationen weiterentwickelt und harmonisiert. Ziel ist eine gemeinsame „Sprache“ für touristische Daten, die über Länder- und Organisationsgrenzen hinweg funktioniert. Für die DZT bedeutet das: höhere Datenqualität, bessere Skalierbarkeit und vereinfachte internationale Kooperation.
3. Metadaten- und Qualitätsstandards
Damit offene Tourismusdaten auffindbar und nutzbar bleiben, spielen standardisierte Metadaten eine wichtige Rolle. Einheitliche Beschreibungen von Datensätzen sichern Transparenz, Wiederverwendbarkeit und strategische Steuerbarkeit. Das ist relevant, um Daten systematisch in digitale Ökosysteme einzubinden.
4. Klare Open-Data-Lizenzierung
Standardisierte, offene Lizenzen schaffen Rechtssicherheit und ermöglichen die Wiederverwendung von Tourismusdaten – etwa für Plattformen, Start-ups oder KI-Anwendungen. Eine klare Lizenzstrategie ist Voraussetzung dafür, dass Open Data tatsächlich Innovation im Tourismus fördert.
Die Open Data Tourism Alliance (ODTA) ist eine internationale Initiative zur Harmonisierung von Open-Data-Standards im Tourismus. Ziel ist es, touristische Daten grenzüberschreitend interoperabel, maschinenlesbar und qualitätsgesichert bereitzustellen.
Durch gemeinsame Spezifikationen und abgestimmte Datenmodelle schafft die ODTA eine einheitliche Grundlage für den Austausch und die Weiterverwendung von Tourismusdaten. Das erleichtert Kooperationen zwischen nationalen und regionalen Tourismusorganisationen und stärkt die internationale Sichtbarkeit von Destinationen.
Für Organisationen wie die DZT ist die ODTA strategisch relevant, da standardisierte Open Data die Voraussetzung für digitale Innovation, Plattformintegration und KI-gestützte Anwendungen im globalen Tourismus bilden.
Lizenztypen
Das geistige Eigentum von Daten wird von unterschiedlichen Gesetzen national unterschiedlich geregelt. Als Orientierung, an welche Bedingungen der Umgang mit entsprechenden Daten geknüpft ist oder eben wie offen eine Nutzung möglich ist, wurden deshalb für die digitale Welt aussagekräftige Lizenzen geschaffen.
Das bekannteste Lizenzsystem heißt Creative Commons. Deren brauchbarste Lizenztypen, die sich durchgesetzt haben für Akteure, welche Open Data nutzen wollen, sind:
- CC0: auf alle Rechte wird verzichtet, die Daten können beliebig, also komplett offen genutzt werden.
- CC-by: bei einer Verwendung der Daten muss auf den Urheber verwiesen werden.
- CC-by-sa: bei einer Verwendung der Daten muss auf den Urheber verwiesen werden. Das Werk darf nur unter der gleichen Lizenz weitergegeben werden.
Alle anderen Lizenztypen sind zu eingeschränkt, erschweren die Nutzung stark und sind wenig sinnvoll.
Weiterführende Informationen finden Sie in dem Fachbeitrag „Die rechtlichen Auswirkungen von Open Data“
Contentleistungen werden entweder selbst produziert oder eingekauft. Bei beiden Vorgehen ist zu empfehlen, dass mit den Urhebern vereinbart wird, dass die eingekauften Leistungen (Contents bzw. „Daten“) zeitlich und inhaltlich uneingeschränkt genutzt werden können.
Entsprechend muss darauf geachtet werden, dass Daten prioritär mit der CC0-Lizenz oder alternativ der CCby-Lizenz ausgezeichnet sind.
Weiterführende Informationen können Sie dem „Mustervertrag für eine Auftragsproduktion bei Fotografen“ entnehmen.
Bestehender Content sollte, wenn dieser strategisch und operativ relevant ist, wenn immer möglich auf die CC0-Lizenz aufgerüstet werden.
Nutzungsrechte
Durch die Umstellung auf Open Data wird man Ausschreibungen und Verträge zum Content-Einkauf überarbeiten müssen, um die entsprechenden Nutzungsrechte zu erhalten. Die Aufklärung der bestehenden Partner über diese Neuerung wird wichtig sein, da bisher ein uneingeschränktes Nutzungsrecht seinen Preis hatte. Erwartungsgemäß wird sich ein Teil der bestehenden Partner vorerst zurückhalten oder teurer anbieten, aber es werden sich auch neue Bewerber melden zu Konditionen, die vergleichbar sind mit den jetzigen. Mit der Zeit werden wohl auch bestehende Partner wieder zu ursprünglichen Preisen anbieten.
Daten und Inhalte können für Einsatzwecke verwendet werden, die nicht kontrolliert werden können. Die Gefahr besteht aber mit veröffentlichtem Content im Internet immer und die Erfahrung zeigt, dass sie in der Realität sehr klein ist. Aus unserer Sicht überwiegen die Möglichkeiten und Chancen durch Open Data die Risiken bei weitem.
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